Kurzantwort für Arbeitgeber: Internationale Pflegekräfte können über das Triple Win-Programm, die Westbalkanregelung oder private Agenturen rekrutiert werden. Rechnen Sie mit Gesamtkosten von 15.000–30.000 € pro Fachkraft und einer Vorlaufzeit von 6–12 Monaten. Das beschleunigte Fachkräfteverfahren (411 € Gebühr) kann die Visumerteilung auf ca. 4 Monate verkürzen.
Der Fachkräftemangel in der deutschen Pflegebranche erreicht kritische Ausmaße. Laut Mediendienst Integration (2025) arbeiteten 2024 mehr als 306.700 ausländische Pflegekräfte in Deutschland – das entspricht 17,8 Prozent der rund 1,7 Millionen Beschäftigten in Pflegeberufen. Fast jede fünfte Pflegekraft hat mittlerweile eine ausländische Staatsangehörigkeit.
Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB, Oktober 2024) zeigt: Seit 2022 wird das Beschäftigungswachstum in der Pflege ausschließlich von ausländischen Beschäftigten getragen, während die Zahl deutscher Pflegekräfte rückläufig ist.
Für Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Pflegedienste bedeutet dies: Ohne die systematische Rekrutierung internationaler Pflegefachkräfte lässt sich der Pflegebetrieb nicht aufrechterhalten. Dieser Leitfaden richtet sich an Geschäftsführungen, Pflegedienstleitungen und Personalabteilungen, die Pflegekräfte aus dem Ausland rekrutieren möchten und einen strukturierten Überblick über rechtliche Rahmenbedingungen, Qualifikationsanforderungen und praktische Umsetzung benötigen.
Über diesen Leitfaden: Dieser Leitfaden wurde von TalentOrbit International GmbH erstellt – spezialisiert auf die Vermittlung internationaler Fachkräfte im Gesundheitswesen aus den Philippinen, Indien, Kasachstan und Kirgisistan. Unsere Expertise basiert auf der praktischen Begleitung von Arbeitgebern durch den gesamten Rekrutierungs- und Integrationsprozess.
Die demografische Entwicklung verschärft die Situation zusätzlich. Laut der Pflegekräftevorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wird der Bedarf an Pflegepersonal bis 2049 voraussichtlich auf 2,15 Millionen steigen. Dann könnten zwischen 280.000 und 690.000 Pflegefachkräfte fehlen.
Wichtige Kennzahlen auf einen Blick:
| Kennzahl | Wert (Quelle) |
| Beschäftigte in Pflegeberufen (2024) | ca. 1,7 Mio. (BA) |
| Davon ausländische Pflegekräfte | 306.700 / 17,8% (BA 2025) |
| Ausländeranteil Altenpflege | 21,7% (IAB 2024) |
| Ausländeranteil Krankenpflege | 16,5% (IAB 2024) |
| Prognostizierter Mangel bis 2049 | 280.000–690.000 (Destatis) |
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Blickpunkt Arbeitsmarkt 2024; IAB-Forschungsbericht 22/2024; Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 033/2024

Deckung des akuten Fachkräftebedarfs: Laut Bundesagentur für Arbeit dauert es durchschnittlich über 200 Tage, eine offene Stelle in der Altenpflege mit inländischen Bewerbern zu besetzen. Internationale Fachkräfte können diese Lücke planbar schließen.
Langfristige Personalplanung: Anders als bei Zeitarbeit ermöglicht die direkte Anstellung internationaler Pflegefachkräfte eine nachhaltige Personalplanung. Erfahren Sie mehr über den Rekrutierungsprozess bei TalentOrbit.
Kulturelle Bereicherung: Teams profitieren von unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen – besonders bei der Pflege von Patienten und Bewohnern mit Migrationshintergrund.
Das reformierte Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist seit November 2023 schrittweise in Kraft getreten und wurde zum 1. Juni 2024 vollständig umgesetzt. Für Arbeitgeber, die Pflegekräfte aus dem Ausland einstellen möchten, ergeben sich daraus wesentliche Erleichterungen.
Säule 1 – Fachkräfte mit anerkannter Qualifikation: Personen mit einem in Deutschland anerkannten Berufsabschluss können jede qualifizierte Beschäftigung ausüben. Für Pflegefachkräfte als reglementierten Beruf gilt weiterhin die Anerkennungspflicht.
Säule 2 – Berufserfahrung: Fachkräfte mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung und einem im Herkunftsland staatlich anerkannten Berufsabschluss können unter erleichterten Bedingungen einreisen, auch wenn die Anerkennung in Deutschland noch aussteht.
Säule 3 – Potenzial (Chancenkarte): Die neue Chancenkarte ermöglicht die Einreise zur Arbeitssuche auf Basis eines Punktesystems.
Anerkennungspartnerschaft: Fachkräfte können nun nach Deutschland einreisen und das Anerkennungsverfahren erst nach Ankunft starten. Voraussetzung: Arbeitsvertrag, Vereinbarung über gemeinsame Durchführung der Anerkennung, Deutschkenntnisse A2. Mehr dazu auf der Rechtliches-Seite von TalentOrbit.
Pflegehilfskräfte aus Drittstaaten: Erstmals wurde eine eigene Aufenthaltserlaubnis für Pflegehilfskräfte geschaffen. Personen mit einer Pflegeausbildung unterhalb der dreijährigen Fachkraftausbildung können im Gesundheits- und Pflegebereich beschäftigt werden.
Erleichterter Familiennachzug: Fachkräfte profitieren von vereinfachten Regelungen beim Familiennachzug. Auf den Nachweis ausreichenden Wohnraums wird verzichtet.
Der Beruf der Pflegefachkraft ist in Deutschland reglementiert. Das bedeutet: Wer als internationale Pflegefachkraft in Deutschland arbeiten möchte, benötigt eine staatliche Berufsausübungserlaubnis nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG).
| Rekrutierungsweg | Kosten | Dauer | Besonderheit |
| Triple Win (ZAV/GIZ) | 5.000–7.000 € | 12–18 Mon. | Staatlich, ethisch, Sprachkurs inkl. |
| Private Agentur | 8.000–15.000 € | 6–12 Mon. | Flexibel, Full-Service möglich |
| Westbalkanregelung | Variabel | 3–6 Mon. | 50.000 Visa/Jahr, Anerkennung separat nötig |
| Direktrekrutierung | 3.000–8.000 € | 6–18 Mon. | Hoher Eigenaufwand, Know-how erforderlich |
⚠️ Wichtiger Hinweis zur Westbalkanregelung: Die Westbalkanregelung erleichtert die Einreise und den Aufenthalt, ersetzt jedoch NICHT die Anerkennungspflicht für reglementierte Berufe wie Pflegefachkraft. Sie eignet sich daher primär als Aufenthaltsbrücke während des Anerkennungsverfahrens oder für die Beschäftigung als Pflegehelfer.
Das beschleunigte Fachkräfteverfahren nach § 81a AufenthG ist ein wichtiges Instrument, um qualifizierte Pflegekräfte schneller nach Deutschland zu holen.
Kosten: Die Gebühr für das beschleunigte Fachkräfteverfahren beträgt laut Make it in Germany aktuell 411 Euro. Diese Kosten fallen auch bei Ablehnung an.

Die Rekrutierung internationaler Pflegekräfte erfordert erhebliche Investitionen. Eine transparente Kostenübersicht hilft bei der Budgetplanung:
| Kostenart | Geschätzter Betrag |
| Vermittlung (z.B. Triple Win) | 5.000–7.000 € |
| Beschleunigtes Fachkräfteverfahren | 411 € |
| Anerkennungsverfahren + Übersetzungen | 500–1.500 € |
| Kenntnisprüfung (Vorbereitung + Prüfung) | 1.500–3.000 € |
| oder: Anpassungslehrgang | 3.000–10.000 € |
| Sprachkurse in Deutschland | 2.000–5.000 € |
| Flug und Erstausstattung | 1.000–2.000 € |
| Wohnraumunterstützung (erste Monate) | 1.500–3.000 € |
| GESAMTINVESTITION PRO FACHKRAFT | 15.000–30.000 € |
Return on Investment: Trotz hoher Anfangsinvestitionen rechnet sich die Rekrutierung: Eine unbesetzte Pflegestelle kostet durch Zeitarbeit oder Leistungsreduzierung oft 40.000–60.000 € pro Jahr. Internationale Fachkräfte zeigen häufig hohe Arbeitgeberloyalität und ermöglichen langfristige Personalplanung.
Pflegefachkräfte aus EU-/EWR-Staaten erhalten in der Regel eine automatische Anerkennung. Die wichtigsten EU-Herkunftsländer sind Polen (ca. 9.700 Beschäftigte), Kroatien (ca. 8.700) und Rumänien (ca. 8.000). Laut IAB-Studie 2024 kommen innerhalb der EU die meisten Pflegekräfte aus diesen drei Ländern.
Philippinen: Akademisches 4-jähriges Studium (B.Sc. Nursing), gute Englischkenntnisse, aktive Anwerbung über Triple Win. Mehr dazu: Karrierechancen für philippinische Pflegekräfte
Indien (Kerala, Telangana): Über 8.800 Pflegekräfte im deutschen Gesundheitswesen (Stand 2024), schnell wachsendes Rekrutierungsland mit starker Pflegekultur.
Westbalkanstaaten: Über 51.000 Pflegekräfte aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien arbeiten bereits in Deutschland. Bosnien-Herzegowina ist auch Teil des Triple Win-Programms.
TalentOrbit vermittelt Fachkräfte aus den Philippinen, Indien, Kasachstan und Kirgisistan – Länder mit gut ausgebildeten Pflegekräften und hoher Motivation für eine Karriere in Deutschland.
Die erfolgreiche Integration ist mindestens so wichtig wie die Rekrutierung selbst. Ohne nachhaltige Integrationsmaßnahmen drohen hohe Fluktuation und Unzufriedenheit. TalentOrbit bietet umfassende Informationen zum Leben in Deutschland für internationale Fachkräfte.
Vor der Rekrutierung:
Während des Verfahrens:
Nach der Ankunft:
Die Rekrutierung internationaler Pflegefachkräfte ist für deutsche Krankenhäuser und Pflegeheime keine Option mehr – sie ist eine strategische Notwendigkeit. Der demografische Wandel, die rückläufige Zahl deutscher Pflegekräfte und der ungebrochene Fachkräftemangel machen Pflegepersonal aus dem Ausland zur unverzichtbaren Säule des deutschen Gesundheitssystems.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen haben sich durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz deutlich verbessert. Wer jedoch internationale Pflegekräfte nur als schnelle Lösung für Personalengpässe sieht, wird enttäuscht werden. Erfolg erfordert einen langen Atem, erhebliche Investitionen und echtes Engagement für die Integration neuer Teammitglieder.
Nächster Schritt: Lassen Sie Ihren Personalbedarf prüfen TalentOrbit International GmbH unterstützt Sie bei der Rekrutierung und Integration internationaler Pflegefachkräfte – von der Bedarfsanalyse bis zur erfolgreichen Integration.
➡️ Kontakt: www.talentorbit.de/kontakt | +49 (0) 2173 265 3870 | info@talentorbit.de
Dieser Leitfaden wurde im Januar 2025 erstellt und berücksichtigt die Rechtslage des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes in der Fassung vom Juni 2024. Für aktuelle Entwicklungen besuchen Sie www.talentorbit.de/blog.